# 08 Symmetrie im Pott

Rolltreppe in Glaskugel

Diesmal wollte ich von Beginn an bessere Voraussetzungen haben, um länger belichten zu können – keine Stufen sichtbar – und nicht unbedingt auf Blende 22 – weniger Verzerrung – angewiesen sein.
Daher habe ich anstelle des Portra 400 einen 160er eingelegt. Die Komposition wollte ich diesmal nicht nachmachen, sondern neu interpretieren und da ich sowieso an einer Miniserie arbeite (dazu später in diesem Jahr mehr), habe ich meine Glaskugel inkl. Glassockel eingepackt.
Um möglichst wenig Gefahr zu laufen, beim Auslösen oder der Belichtung zu verwackeln, waren Drahtauslöser und Stativ obligatorisch.
Ansonsten benötigte ich noch das Rolleinar 3 (Nahlinse), um möglichst nah an die Glaskugel heranzukommen.

Naja, wir sind ja mitten im Februar, da muss man 20 Grad Celsius und strahlenden Sonnenschein einkalkulieren…nicht. Aber da dem so war, blieb es trotz ND-Filter bei 1-sekündiger Belichtung, zumindest wenn ich mit Blende 16 fotografieren wollte.

Durch die Glaskugel würden eh weniger Details zum Vorschein kommen, sodass ich mir deswegen keine großen Sorgen zu machen brauchte.

Das Bild dient nur als Platzhalter, bis die entwickelten Negative endlich bei mir ankommen. Boah, ich sollte langsam wirklich anfangen, selbst zu entwickeln. Dann muss ich nicht immer bis zu zwei Wochen warte…Geduld zählt definitiv nicht zu meinen Stärken.

Platzhalter, das finale Bild gibt es weiter unten

Viel mehr Sorgen machte ich mir über die korrekte Fokussierung, der schräge Lichteinfall, die tiefe Position der Kamera und der verhältnismäßige kleine Schärfebereich machten es nicht unbedingt einfacher. Zusätzlich blieben mir immer nur 10 bis 20 Sekunden, um alles aufzubauen, die Komposition zurechtzurücken und den Fokus zu justieren, bis die nächsten Besucher auf der Rolltreppe nach unten kamen.
Im Endeffekt machte ich drei Aufnahmereihen à zwei Bilder, je 1 Mal mit und je 1 Mal ohne Glaskugel mit den gleichen Einstellungen, um unerwünschte Bildelemente, wie den Glassockel besser in der Nachbearbeitung entfernen zu können.

Endlich sind die Negative eingetroffen und ich muss sagen, ich war froh, immer eine Aufnahme ohne und eine mit Glaskugel gemacht zu haben. So konnte ich kleine Macken und den Sockel der Glaskugel entfernen, ohne allzu viel Zeit mit Photoshop beschäftigt zu sein.

Kodak Portra 160 | f16 | 1 Sek. | ND4

Sollte ich mich nochmals an diesem Bild versuchen, werde ich allerdings definitiv früh morgens oder spät abends hingehen. Zum einen ist dann das Licht besser, zum anderen ist weniger Betrieb.
Außerdem würde ich mit Selbstauslöser fotografieren, sodass ich nicht in der Glaskugel zu sehen bin.

# 07 Symmetrie im Pott

Rolltreppe in die Vergangenheit

Ursprünglich wollte ich in dieser Woche ein Bild zu Bewegungsunschärfe machen. Dazu sollte sich meine Freundin auf die Rolltreppe an der Zeche Zollverein in Essen stellen stellen und ich fotografiere vom Stativ zwischen 1/4 und 1/15 Sekunde Belichtungszeit, um die Bewegung festzuhalten.

Leider war sie an diesem Sonntag auf Couch, Netflix und ähnliches programmiert, sodass sie zwar nach etwas Überredung meinerseits mitkam, sich aber partout nicht fotografieren lassen wollte.
Dann wird aus der Not eben eine Tugend gemacht und ich versuche, ein Bild nachzustellen, was ich irgendwo online gesehen hatte. Allerdings will ich es nicht – wie gesehen – mit der digitalen Kamera, sondern auf Film umsetzen. Der Titel sollte Symmetrie im Pott lauten.

Langzeitbelichtung der Rolltreppe an der Zeche Zollverein in Essen
Kodak Portra 400 | ND4 Filter | f22.0 | 1 Sek

Vor einiger Zeit hatte ich auf einer Kamerabörse einen selten ND4 Filter für meine Rollei aufgestöbert und den konnte ich nun endlich testen. Doof nur, dass ich noch eine etwas zu schnelle Rolle Kodak Portra 400 eingelegt hatte und ich somit „nur“ auf 1 Sekunde Belichtungszeit kam.

Etwas mehr Belichtungszeit hätte vielleicht noch die letzten Konturen der Treppenstufen verschwinden lassen, aber auch so bin ich mit dem Resultat sehr zufrieden. Trotzdem wird es kommende Woche eine zweite Version dieses Fotos durch meine Glaskugel geben.

Wer mehr meiner Bilder sehen will, findet mich auf Instagram unter tamokbutton oder auf 500px .

# 05 Floating Part I

Schwerelose Kamera

Dieses Mal bin ich schon im Vorfeld losgezogen, um allen Schlaumeiern zu trotzen, und habe mir weißen Tonkarton für den Hintergrund besorgt. Nylonfaden zur Aufhängung der Kamera hatte ich von einem vorherigen Bildprojekt noch zuhause.

Anmerkung am Rande: Nylon ist recht stabil und lässt sich in der Nachbearbeitung einfach wegzaubern

Die eine Kamera an die Decke gehängt, die andere mit Weitwinkelobjektiv auf das Stativ gepackt und es konnte losgehen.
Ich habe sicherlich 20 bis 30 Minuten, der Weg ist machmal spannender als das Ziel, versucht eine gute Perspektive zu finden; vergebens! Die Kamera wollte sich einfach nicht so freistellen lassen, dass der Eindruck des Schwebens deutlich für den Betrachter zum Vorschein kam.

Rolleiflex schwebt über Boden

„Und wo ist nun der weiße Tonkarton geblieben?“ Den hatte ich mit Tesafilm notdürftig am Boden befestigt und gegen einen Schemel gelehnt, um einen gleichmäßigen – winzigen – Hintergrund zu erhalten. Naja, ich denke auch so, habe ich noch ein halbwegs vorzeigbares Ergebnis erhalten. Außerdem sehe ich nicht ein für einen etwas aufgeräumteren Hintergrund extra eine professionelle Fotoleinwand zu besorgen.

Neben diesem Foto habe ich auch noch eine Rolle Kodak Portra verschossen, mal gespannt, ob der ein oder andere Schuss gut wurde. In ein paar Wochen wissen wir mehr!

Update: Die Bilder mit der Rolleicord waren leider nicht der Bringer.

In KW 6 wird das Projekt gleich nochmal angegangen, das geht auf jeden Fall besser!

# 04 Gefrorene Seifenblasen

oder die geplatzte Idee

Die Geschichte dieser Woche ist leider schnell erzählt.
Erst musste ich durch diverse Geschäfte des lokalen Einzelhandels streifen, um in der Wintersaison überhaupt Seifenblasen zu bekommen…wie war das mit der Vorbereitung nochmal?

Regulär habe ich während der Woche einen Tag frei, dafür muss ich am Samstag ran und dann bleibt natürlich noch der Sonntag.
Am Donnerstag hätten die Rahmenbedingungen gestimmt, aber mir fehlte die richtige Zutat und sonntags waren die Temperaturen wider Erwarten deutlich zu hoch, um die Seifenblasen schnell genug frieren zu lassen. Daher muss ich in Zeiten globaler Erwärmung auf Kälte hoffen oder auf eine der letzten Wochen dieses Jahres hoffen, um das Zielfoto nachzuholen…viel Glück!


Tipp: Sollte sich jemand daran versuchen wollen, empfehle ich Zucker in das Seifenblasenwasser zu geben. Dadurch werden die Seifenblasen deutlich stabiler und die ganze Geschichte somit unstressiger.

# 03 Verunglückte Spiegelung

Spieglein, Spieglein…

„Vorbereitung ist das halbe Leben“ Wer wurde noch nicht von irgendwelchen Schlaumeiern darauf aufmerksam gemacht? In diesem konkreten Fall zeigt sich leider, dass sehr viel Wahres in oben genannter Redewendung steckt.
Diese Woche wollte ich mithilfe einer glänzenden Oberfläche eine möglichst unverzerrte Spiegelung fotografieren. Mit einigen glasierten Fliesen für Unter- und Hintergrund sollte das doch zu machen sein.
Also habe ich samstags kurzerhand meinen Fliesenfachberater angerufen, anstelle persönlich hinzugehen (hätte 5 Minuten gedauert) und habe ihm geschildert, dass ich eine dunkle, glänzende Fliese bräuchte. Er fragte noch, ob sie ein wenig Struktur haben dürfe? Ich bejahte, ließ mir den Karton bringen und bezahlte schließlich ohne einmal in den Karton geschaut zu haben.

Sonntags morgens lege ich alles bereit, packe die Fliesen aus, wasche den Schutzfilm runter. Dann wird mir klar, auf der Oberfläche werde ich schon Schwierigkeiten haben, meinen Hauptdarsteller überhaupt gerade hinzustellen, geschweige denn eine tolle Spiegelung zu erhalten.

Baby Rolleiflex mit 127 Rollfilm Crossbird

Schlussendlich war ich mit dieser Perspektive halbwegs zufrieden, der Hintergrund ließ sich weit genug abdunkeln, um nicht störend zu wirken, nur die Spiegelung konnte ich leider nicht wunschgemäß umsetzen. Wobei wir bei eingangs erwähnten Schlaumeiern wären, die sich jetzt sicherlich bestätigt fühlen.

# 01 Winter Wunderland

Winter wonderland

Zielfoto #1 sollte ein idyllisches Schneemotiv oder besser Winter wonderland sein. Ich hatte das typische Bild der zwei kleinen Inseln des Hintersees im Kopf, am besten mit tiefstehender Morgensonne, einer nicht geschlossenen Eisschicht und verschneiten Berghängen.
Da es eh mal wieder Zeit für einen Tapetenwechsel war, schenkte ich meiner Freundin zu Weihnachten (ganz uneigennützig) ein paar Tage im Berchtesgadener Land.
Am 2.1. ging es mit Teddy und Laura gen Bayern. Es schneite schon auf der Hinfahrt so sehr, dass ich mir Sorgen machte, ob wir ohne Schneeketten überhaupt bis zu unserem Hotel kommen würden. Doch die Sorge war vorerst unbegründet. Angekommen, eingecheckt, einen kleinen Spaziergang gemacht und früh ins Bett gegangen, um am nächsten Morgen ausgeruht durchstarten zu können.

Dick eingepackt sind wir frühmorgens nach Ramsau gefahren und von da, vorbei an Sankt Sebastian durch den verschneiten Zauberwald zum Hintersee gewandert. Es waren zwar ein paar Höhenmeter, die wir zurücklegen mussten, aber ich hatte wenig Hoffnung, dass die nebelige Suppe sich verziehen würde oder wir darüber herauskommen würden und ich sollte Recht behalten.

Hintersee in Ramsau im Winter
Hasselblad 500 c/m | Distagon 40mm | f11 | ASA400

Gerade wegen der vorherrschenden Bedingungen wurde das Bild zu meinem bisher erfolgreichsten Instagrambeitrag, da es so etwas aus der Masse vergleichbarer Fotos von diesem Spot herausstach. Die Mithilfe durch die höhere Reichweite von @shootitwithfilm darf natürlich auch nicht vergessen werden.

In den nächsten Tagen hat es so extrem weiter geschneit, dass viele Hänge und Waldstücke im Berchtesgadener Land zu gefährlich wurden. Daher sind wir im Klausbachtal geblieben und haben uns mit unseren Schneeschuhen bis zur Hängeseilbrücke, von der fast nur noch das Geländer und die Brückenköpfe zu sehen waren, durchgekämpft. 
Auf dem Weg dahin gab es noch einige spannende Motive zu entdecken, so zum Beispiel „The cabin in the middle of (s)nowhere“ oder das Titelbild dieses Beitrags.

Blockhütte inmitten einer tollen Schneelandschaft
Hasselblad 500 c/m | Distagon 40mm | f8.0 | ASA160

Ärgerlich, aber leider Tatsache, einer meiner Filme ist auf dem Rückweg aus dem Labor verloren gegangen. Da war noch eine tolle Aufnahme der zugeschneiten Holzskulptur eines Adlers drauf und die ganzen Aufnahmen von der Hängebrücke.
Meine Negative sollte ich endlich selbst entwickeln, wenigstens die s/w-Filme. Es geht schneller und ob jetzt ein Film verloren geht oder ich ihn versaue, kommt auf dasselbe heraus.