# 03 Verunglückte Spiegelung

Spieglein, Spieglein…

„Vorbereitung ist das halbe Leben“ Wer wurde noch nicht von irgendwelchen Schlaumeiern darauf aufmerksam gemacht? In diesem konkreten Fall zeigt sich leider, dass sehr viel Wahres in oben genannter Redewendung steckt.
Diese Woche wollte ich mithilfe einer glänzenden Oberfläche eine möglichst unverzerrte Spiegelung fotografieren. Mit einigen glasierten Fliesen für Unter- und Hintergrund sollte das doch zu machen sein.
Also habe ich samstags kurzerhand meinen Fliesenfachberater angerufen, anstelle persönlich hinzugehen (hätte 5 Minuten gedauert) und habe ihm geschildert, dass ich eine dunkle, glänzende Fliese bräuchte. Er fragte noch, ob sie ein wenig Struktur haben dürfe? Ich bejahte, ließ mir den Karton bringen und bezahlte schließlich ohne einmal in den Karton geschaut zu haben.

Sonntags morgens lege ich alles bereit, packe die Fliesen aus, wasche den Schutzfilm runter. Dann wird mir klar, auf der Oberfläche werde ich schon Schwierigkeiten haben, meinen Hauptdarsteller überhaupt gerade hinzustellen, geschweige denn eine tolle Spiegelung zu erhalten.

Baby Rolleiflex mit 127 Rollfilm Crossbird

Schlussendlich war ich mit dieser Perspektive halbwegs zufrieden, der Hintergrund ließ sich weit genug abdunkeln, um nicht störend zu wirken, nur die Spiegelung konnte ich leider nicht wunschgemäß umsetzen. Wobei wir bei eingangs erwähnten Schlaumeiern wären, die sich jetzt sicherlich bestätigt fühlen.

# 02 Verliebtes Porträt

Portrait mit Offenblende

Zielfoto #2 Portait von Teddy und Laura mit möglichst offener Blende. Das Wochenthema für die zweite Woche ist eigentlich nur dem Umstand geschuldet, dass ich vor Kurzem meine Canon Plastikscherbe gegen das Sigma 50mm f1.4 getauscht habe und dies ausgiebig testen wollte.

Mutter und Sohn kuscheln
Canon EOS6D | Sigma 50mm | wenig Tiefenschärfe erfordert Übung 😦

Ich komme von der Arbeit nach Hause, in der Wohnung ist es merkwürdig still. „Vielleicht sind sie ausgeflogen“, denke ich mir und gehe nichts ahnend in die Küche. Und wen erwische ich da? Kuschelmonster und mein Mädchen inflagranti, die zwei machen vor nichts mehr halt und unterbrechen ihr Stell-Dich-Ein nicht mal nach meinem Erscheinen.

Das zweite Bild fiel übrigens der Zensur zum Opfer und ich durfte es daher nicht veröffentlichen. Tut mir leid!

Ein paar weitere Wochenthemen für das restliche Jahr findet Ihr auf meiner „Mein 53 Wochen Projekt“ Seite.

# 01 Winter Wunderland

Winter wonderland

Zielfoto #1 sollte ein idyllisches Schneemotiv oder besser Winter wonderland sein. Ich hatte das typische Bild der zwei kleinen Inseln des Hintersees im Kopf, am besten mit tiefstehender Morgensonne, einer nicht geschlossenen Eisschicht und verschneiten Berghängen.
Da es eh mal wieder Zeit für einen Tapetenwechsel war, schenkte ich meiner Freundin zu Weihnachten (ganz uneigennützig) ein paar Tage im Berchtesgadener Land.
Am 2.1. ging es mit Teddy und Laura gen Bayern. Es schneite schon auf der Hinfahrt so sehr, dass ich mir Sorgen machte, ob wir ohne Schneeketten überhaupt bis zu unserem Hotel kommen würden. Doch die Sorge war vorerst unbegründet. Angekommen, eingecheckt, einen kleinen Spaziergang gemacht und früh ins Bett gegangen, um am nächsten Morgen ausgeruht durchstarten zu können.

Dick eingepackt sind wir frühmorgens nach Ramsau gefahren und von da, vorbei an Sankt Sebastian durch den verschneiten Zauberwald zum Hintersee gewandert. Es waren zwar ein paar Höhenmeter, die wir zurücklegen mussten, aber ich hatte wenig Hoffnung, dass die nebelige Suppe sich verziehen würde oder wir darüber herauskommen würden und ich sollte Recht behalten.

Hintersee in Ramsau im Winter
Hasselblad 500 c/m | Distagon 40mm | f11 | ASA400

Gerade wegen der vorherrschenden Bedingungen wurde das Bild zu meinem bisher erfolgreichsten Instagrambeitrag, da es so etwas aus der Masse vergleichbarer Fotos von diesem Spot herausstach. Die Mithilfe durch die höhere Reichweite von @shootitwithfilm darf natürlich auch nicht vergessen werden.

In den nächsten Tagen hat es so extrem weiter geschneit, dass viele Hänge und Waldstücke im Berchtesgadener Land zu gefährlich wurden. Daher sind wir im Klausbachtal geblieben und haben uns mit unseren Schneeschuhen bis zur Hängeseilbrücke, von der fast nur noch das Geländer und die Brückenköpfe zu sehen waren, durchgekämpft. 
Auf dem Weg dahin gab es noch einige spannende Motive zu entdecken, so zum Beispiel „The cabin in the middle of (s)nowhere“ oder das Titelbild dieses Beitrags.

Blockhütte inmitten einer tollen Schneelandschaft
Hasselblad 500 c/m | Distagon 40mm | f8.0 | ASA160

Ärgerlich, aber leider Tatsache, einer meiner Filme ist auf dem Rückweg aus dem Labor verloren gegangen. Da war noch eine tolle Aufnahme der zugeschneiten Holzskulptur eines Adlers drauf und die ganzen Aufnahmen von der Hängebrücke.
Meine Negative sollte ich endlich selbst entwickeln, wenigstens die s/w-Filme. Es geht schneller und ob jetzt ein Film verloren geht oder ich ihn versaue, kommt auf dasselbe heraus.