#13 Pin hole DIY

Videre 35mm Pinhole Kamera

Nachdem ich bei einem anderen Blogger spannende Aufnahmen einer Pinhole Kamera gesehen habe, wollte ich es nun endlich selbst probieren.
Glücklicherweise hatte ich mir vor einiger Zeit über Kickstarter eine Pinhole Kamera aus Pappe geleistet. Um genau zu sein, eine Videre, die von der Optik an eine TLR erinnert und mit 35mm Kleinbildfilm bestückt werden kann. Genau das richtige Spielzeug für einen Fan der zweiäugigen Kameras.

Laut Verpackung sollte ich eine fertige Kamera in ca. einer Stunde in Händen halten. Ich glaube, die Angabe wurde von jemandem geschrieben, der das Modell schon ein paar mal aufgebaut und somit bereits etwas Erfahrung hatte und nicht jeden Arbeitsschritt fotografieren wollte. 🙂

Bis auf wenige Ausnahmen ist die Anleitung, obwohl sie in s/w Skizzen gehalten ist, recht verständlich und auch die Bauteile lassen sich gut durch Nummerierung in den vorgestanzten Rahmen identifizieren.
Wie lange ich schlussendlich gebraucht habe, kann ich gar nicht sagen, weil ich zwischendurch durch meine Freundin abgezogen wurde, da sie ohne Portemonnaie versucht hatte zu tanken und ich sie quasi freikaufen musste…zwei Stunden waren es aber bestimmt.

EOS 6 D | 50mm | f11 |ISO 100 | Verschlusszeiten divers

Die mitgelieferten Klebepunkte sind toll, wenn keine Alternative zur Hand ist, ansonsten aber nicht zu empfehlen, da sie zu dick auftragen und die Klebestellen etwas abstehen.
Ansonsten hatte ich etwas Schwierigkeiten mit dem Lichtschacht aus Tonkarton, da dieser fortgeschrittene Origami-Skills erfordert, die mir fehlen und die kreisrunden Pappteile, die das Objektiv illustrieren, waren ebenfalls trickreich, sowie das Film – Kodak Gold ASA 200 Farbnegativ -einlegen.
Aber hey, schlussendlich habe ich Grobmotoriker es dann doch geschafft, sodass ich in den nächsten Tagen die ersten Feldversuche starten kann…dazu nächste Woche mehr.

#12 Vanitas flores

Verwelkte Blumen

Nach langer Zeit würde ich gerne meine Miniserie „Vanitas Flores“ fortsetzen. Bunte Blumen zu fotografieren ist nicht so mein Ding – „das ist doch was für Mädchen“ – hätten wir früher lautstark kund getan.

Das ist natürlich Quatsch, trotzdem habe ich kein sonderliches Interesse daran, Blumen zu fotografieren. Ich verschenke sie viel lieber und so kam es, dass ein paar Tulpen, die ich frisch gepfl…. beim Discounter unseres Vertrauens gekauft und meinem Mädchen geschenkt habe, irgendwann dann doch etwas vertrocknet und verwelkt waren. Ich fand, dass eine der Tulpen auch nach ihrer Blütezeit interessant aussah. Die Blätter zeigten schöne Strukturen und erst ein paar Tage zuvor hatte ich meine Nahlinsen für die uralte Rolleicord bekommen. Was lag da also näher, als die neue Errungenschaft auszuprobieren?

Zu diesem Zeitpunkt fotografierte ich digital in Farbe und analog konsequent in schwarz/weiß. In eine Kamera aus den 40ern gehört schließlich auch alter Film und dafür stellvertretend stand für mich s/w-Film, obwohl auch das Quatsch ist.
So kam es jedenfalls, das ich farblosen Film geladen hatte, als ich den Test mit den Rolleinaren machte.

Withered tulip - verwelkte Tulpe
Rolleicord II | Ilford Delta 400 | Rolleinar 2

Dieses Mal soll es aber ganz bewußt passieren. Daher besorgte ich mit drei mehrfarbige Schnittblumen, eine Rose, eine Gerbera und eine Ranunkel, die laut Aussage der Floristin sehr morbide verwelken soll. Genau das richtige für mich, daher bin ich gespannt, was dabei schlussendlich herauskommt.

Die Ranunkel wollte ich jeden Tag einmal ablichten, genau aus der gleichen Perspektive und mit ähnlichen Lichtverhältnissen. Dazu durften sich weder Kamera oder Blume bewegen. Daher galt es die Frage zu beantworten, wohin mit dem Aufbau, ohne in der letzten Ecke zu enden oder Gefahr zu laufen, dass wir irgendwann dagegen stoßen.
Auf der Kommode im Schlafzimmer erschien mir am ungefährlichsten. Kamera nebst Protagonist – dämlicherweise inkl. Wasser – aufgebaut, als Hintergrund einen weißen Reflektor genutzt und schon konnte ich loslegen.

iPhone SE

Wie war das? Ich und Geduld sind zwei verschiedene Welten und nachdem an drei aufeinanderfolgenden Tagen, keine wirkliche Änderung festzustellen war, suchte ich nach Wegen, den Prozess des Verwelkens zu beschleunigen.
Das Blumengeschäft empfahl Salz oder einen Haushaltsreiniger, also bekam die Ranunkel eine ordentliche Prise Salz ab, was in der Folge einen viel zu schnellen Tod brachte.

Daher kam dann doch eine gelb-orangfarbene Gerbera zum Einsatz, diesmal ohne Wasser und mit mehr Geduld…

Verwelkende Gerbera schwarz / weiß
Rolleicord IIe | Ilford Panf | f11 | ASA 50 | Verschlusszeiten divers

…die Geduld hat sich bezahlt gemacht. Okay, nächstes Mal nehme ich ein Reagenzglas, damit die Blume mehr Halt bekommt und ich den Bildausschnitt höher ansetzen kann. Ich hätte auch noch mehr Zeit in der Bildbearbeitung verwenden können, damit der Hintergrund gleichmäßiger ausgeleuchtet daherkommt. Hätte, hätte, Fahrradkette, alles in Allem bin ich froh, was am Ende dabei herausgekommen ist.
Trotzdem bin ich für konstruktive Kritik und Anregungen immer offen.

# 11 Doppelbelichtung

Doppelbelichtung mit Selbstporträt

Eine Doppelbelichtung hatte ich mir dann doch etwas einfacher vorgestellt, als es schlussendlich ist/war und das, obwohl ich mich für die digitale Herangehensweise entschieden haben und vorher viele youtube-Videos geschaut habe. Eins vorweg, ich hatte trotzdem sehr viel Spaß – meistens.

Wann stehe ich denn vor der Kamera? So gut wie nie, daher mag ich es auch nicht sonderlich. Für die Wochenaufgabe blieb mir allerdings nichts anderes übrig.
Laura hat sich meine Kamera geschnappt, das 50 mm Sigma war eh schon drauf und es konnte losgehen. „Steh mal so, Kopf hoch, nach vorne, Brust raus, boah, geh mal in die Knie…“ ich wurde ordentlich rumkommandiert und musste in vielen unbequemen Positionen stehen, da der Kommandeur nur knapp 1,60 groß ist, aber von leicht oben fotografieren wollte.
Wie war das mit den Ärzten? Sie sind selbst die schlechtesten Patienten. Das kann 1:1 auf Fotografen übertragen werden. Nach einer halben Stunde hatten wir ein brauchbares Ergebnis, zumindest dachte ich das anfangs.
Im Nachgang stellte es sich als unglücklich heraus, dass wir sehr offenblendig fotografiert haben, dadurch war das Freistellen sehr mühsam, v.a. bei dem Versuch homogene Kanten hinzubekommen.

Nachdem ich kurz davor war, den Computer gegen die Wand zu feuern, entschied ich mich für ein altes Bild von mir aus dem Westpark, das ich immer mit dem Boxsport in Verbindung bringe. Der Kapuzenpulli und meine verbeulte Nase sind daran nicht ganz unschuldig.

APSC | 50mm | f1.8

Daher wollte ich ein Bild einer staubigen Boxhalle oder etwas in der Art mit einbauen. Ich habe dafür sogar eigens zwei nicht ganz billige lizenzfreie Bilder einer Stockfotografie-Seite heruntergeladen, eins mit einer Menge aufgehängter alter Boxhandschuhe und das andere von einer Trainingssession in einer alten Scheune. Es wollte mir jedoch leider nicht gelingen, etwas optisch ansprechendes, aber gleichzeitig nicht kitschiges zu schaffen.
Das ist mir allerdings nicht gelungen, sodass ich die Idee fürs erste verworfen habe. Stattdessen habe ich mein Porträt mit einem meiner Lieblingsbilder aus Island kombiniert. Die beiden Aufnahmen passen schon besser zusammen und ich finde das Resultat ganz passabel.

Das Vestrahorn, einer der atemberaubenden Orte in Island.

Mit Glück finde ich diese Woche noch die Zeit, ein weiteres zu machen, bei dem ich etwas mehr mein Gesicht herausarbeiten kann und der Doppelbelichtungseffekt mehr zum Vorschein kommt.

# 10 Mitzieher

Mitzieher – Panning

Vor ewigen Zeiten wollte ich das erste Mal einen Mitzieher machen, ziemlich genau seit dem Zeitpunkt als Benjamin Jaworskyj ein entsprechendes Video „Mitzieher von Radfahrern“ auf youtube veröffentlicht hat.
Irgendwie war dies in Vergessenheit geraten, bis ich kürzlich ein anderes Video zum Thema „Panning“ gesehen habe. Vielleicht ist es auch deswegen „unterbewußt“ untergegangen, weil dieses Projekt viel Geduld erfordert und Geduld zählt nicht unbedingt zu meinen Stärken.

Egal, jetzt wird es durchgezogen und als Motiv hatte ich eine U-Bahn im Kopf, da die zumindest im Bahnhofsbereich meist ähnliche Geschwindigkeiten fahren und sich auf Gleisen bewegen, was das eh schon schwierige Fokussieren wenigstens nicht unnötig weiter erschwerte.

In Bochum haben wir glücklicherweise ein paar ganz interessante U-Bahn Stationen, zum Teil illuminiert, zum Teil mit Graffiti (offiziell und legal) verschönert.
Gut, dass die beiden aufgesuchten Stationen (Westpark & Bermuda3Eck) unterirdisch sind, sodass ich mir wegen des Sturms keinerlei Sorgen machen musste.

Beim ersten Versuch nahm ich doch tatsächlich die Rolleicord, mal ganz abgesehen davon, dass die 75mm Festbrennweite auf dem kleinen Bahnsteig fast zu lang war, musste ich mit der analogen Kamera schnell aufgeben. Pro einfahrendem Zug hatte ich genau eine Chance, den gewünschten Ausschnitt zu treffen, synchron mit der Bahn die Kamera mitzubewegen, die Geschwindigkeit richtig zu schätzen und dabei auszulösen.

Zug Langzeitbelichtung ohne mitzuziehen
16mm | f7.1 | 1/20 Sek. | ISO 1600

In diesem Fall ist es wirklich problematisch, dass ich nicht sofort prüfen kann, was am gemachten Bild stimmt und was für den nächsten Versuch geändert (z.B. besseres Timing siehe obe, andere Verschlusszeit) werden muss. Sonntags dauert es schon häufiger 10 – 15 Minuten bis die nächste Bahn einfährt. Ich hätte zwar jedes Mal die Bahnsteigseite wechseln können, um weniger lange auf die nächste Chance warten zu müssen, aber nicht ohne jedes Mal alles neu einzustellen.

Egal, Teddy und Laura waren auch dabei und hatten sowieso nach dem dritten Zug keine Lust mehr, v.a. weil es dort unten bitter kalt und zugig war. Sodass wir nach dem vierten Zug abgebrochen haben.
Aller Widrigkeiten zum Trotz habe ich eine Rolle Portra 160 (viel zu langsamer Film, um in U-Bahnhöfen zu fotografieren) verschossen und bin gespannt, ob vielleicht ein Treffer dabei sein wird. Zumal ich neben den Mitziehversuchen, auch ein paar Stills fotografiert habe.

Am darauffolgenden Tag, ja ich weiß, eigentlich ist schon KW11, aber ohne halbwegs sinnvolles Bild wollte und konnte ich das Thema nicht abschließen. So bin ich mit der digitalen Kamera und Stativ zur U-Bahnhaltestelle Bermuda3Eck gegangen und der Spass konnte losgehen.

Weiter unten seht Ihr einen der vielen Versuche des heutigen Tages. Es sollte dauern und viele Züge brauchen, bis ich den Dreh halbwegs raus hatte.
Anfänglich habe ich vom Stativ fotografiert, mit deaktivierten Bildstabilisator; fokussiert hatte ich zuerst manuell, damit zwischen den Auslösungen der Reihenaufnahme nicht noch Zeit für das Nachfokussieren verloren geht.
Dann habe ich die Halbautomatik eingestellt, um eine Verschlusszeit zwischen 1/15 und 1/50 Sek auszuwählen, die Kamera kümmert sich dafür um die Blende. Jetzt musste ich nur noch den ISO-Wert entsprechend nach oben anpassen, um wenigstens Blende 5,6 und damit etwas mehr Schärfentiefe zu erhalten.

Falscher Bildausschnitt, schlechtes Timing und ungleichmäßiges Mitziehen
16mm | f5.6 | 1/40 Sek. | ISO 3200

Nachdem all das keine Wirkung gezeigt hatte und auch nach dem 5. Zug das Mitziehen noch nicht richtig klappen wollte, kam ich nach und nach auf die richtige Spur.
Im ersten Step versuchte ich, die Kamera bei nun eingeschaltetem Bildstabilisator in der Hand haltend nachzuführen. Dies war für mich deutlich einfacher. Somit stimmte meistens der Bildausschnitt.
Jetzt musste nur noch der Fokus richtig sitzen. Dazu stellte ich die Kamera auf AF-Servo und wählte den mittleren Fokuspunkt.

Anmerkung: AF-Servo bedeutet, dass die Kamera bei sich bewegenden Motiven den Autofokus nachführt.

Die berechtigte Frage lautet, warum ich diese Fokusvariante nicht schon zu Anfang angeschaltet habe…, schlicht und einfach aus dem Grund, daß ich bei früheren Gelegenheiten wegen der hohen Fehlerquote sehr viel Ausschuss produziert habe.
Aber in diesem Fall brachte mich das einem brauchbaren Ergebnis näher und weitere zwei Züge später, hatte ich es endlich geschafft.

16mm | f5.6 | 1/50 Sek | ISO 3200

Vielleicht finde ich morgen Zeit, dann versuche ich das Ganze in einer weiteren U-Bahn-Station. Optisch ist sie deutlich ansprechender, aber auch sehr stark frequentiert, sodass alleine die Menschenmassen eine Herausforderung darstellen werden.

# 09 Blaue Stunde

Architektur zur blauen Stunde

Endlich eine Gelegenheit eine Bulb-Belichtung mit meiner Rolleiflex zu machen.
Das Exzenterhaus habe ich schon mehrfach fotografiert, weil es mich fasziniert und vielleicht auch, weil es nur ein paar Minuten zu Fuß ist.
Die Perspektive, die es dieses Mal werden sollte, ist nicht weiter spektakulär oder einzigartig, aber ich wollte sie schon lange selbst umsetzen.

Damit sich jeder etwas unter dem Gebäude, liebevoll auch Bandscheibenvorfall genannt, vorstellen kann, hier ein altes Bild von mir, damals noch mit der Canon EOS600D und der 1.8er Plastikscherbe.

Exzenterhaus Bochum durch die Glaskugel
Canon EOS600D | 50mm | f1.8

Mit Stativ bewaffnet bin ich kurz vor 18 Uhr losgezogen, laut der App Photopills sollte die blaue Stunde gegen 18:30 Uhr enden, um ausreichend Zeit zu haben. Es muss schließlich nicht immer so busy sein, wie in der vorherigen Woche.
Einmal um den Exzenter herumgelaufen, immer wieder durch die Kamera geschaut, um den richtigen Spot und den schönsten Blickwinkel zu finden.

Anmerkung am Rande: Ich setze die Kamera meist erst dann aufs Stativ, wenn ich meine Perspektive gefunden habe. Ansonsten siegt die Faulheit und die besten Kompositionen gehen an einem vorbei.

Spot gefunden, Kamera aufgebaut, mit der App mylightmeter die korrekten Einstellungen ermittelt. Im Anschluss musste nur noch der Schwarzschildeffekt einkalkuliert werden und alles auf die Kamera übertragen werden.

Anmerkung: Mehr Infos zum Schwarzschildeffekt gefällig? Eine knappe Definition findet sich auch auf wikipedia.

Ich bin gespannt, ob durch die Belichtungsmessung auf die Schatten, die Lichter nicht ausgebrannt sind. Film hat aber eigentlich, gerade der Portra nach oben Spielraum, sodass ich guter Dinge bin, es spätestens in der digitalen Dunkelkammer richten zu können.

Jetzt heißt es nur noch warten, bis die fertigen Bilder aus dem Labor zurück sind…

Exzenterhaus zur blauen Stunde
Rolleiflex | Kodak Portra 160 | f11 | 7,8 Sek.

…da ist es. Mir gefällt es gut, auch wenn es keine spektakuläre Aufnahme des Exzenterhauses ist. Sieht ein bißchen nach einem Roboter aus, oben die beiden leuchtenden Augen.

# 08 Symmetrie im Pott

Rolltreppe in Glaskugel

Diesmal wollte ich von Beginn an bessere Voraussetzungen haben, um länger belichten zu können – keine Stufen sichtbar – und nicht unbedingt auf Blende 22 – weniger Verzerrung – angewiesen sein.
Daher habe ich anstelle des Portra 400 einen 160er eingelegt. Die Komposition wollte ich diesmal nicht nachmachen, sondern neu interpretieren und da ich sowieso an einer Miniserie arbeite (dazu später in diesem Jahr mehr), habe ich meine Glaskugel inkl. Glassockel eingepackt.
Um möglichst wenig Gefahr zu laufen, beim Auslösen oder der Belichtung zu verwackeln, waren Drahtauslöser und Stativ obligatorisch.
Ansonsten benötigte ich noch das Rolleinar 3 (Nahlinse), um möglichst nah an die Glaskugel heranzukommen.

Naja, wir sind ja mitten im Februar, da muss man 20 Grad Celsius und strahlenden Sonnenschein einkalkulieren…nicht. Aber da dem so war, blieb es trotz ND-Filter bei 1-sekündiger Belichtung, zumindest wenn ich mit Blende 16 fotografieren wollte.

Durch die Glaskugel würden eh weniger Details zum Vorschein kommen, sodass ich mir deswegen keine großen Sorgen zu machen brauchte.

Das Bild dient nur als Platzhalter, bis die entwickelten Negative endlich bei mir ankommen. Boah, ich sollte langsam wirklich anfangen, selbst zu entwickeln. Dann muss ich nicht immer bis zu zwei Wochen warte…Geduld zählt definitiv nicht zu meinen Stärken.

Platzhalter, das finale Bild gibt es weiter unten

Viel mehr Sorgen machte ich mir über die korrekte Fokussierung, der schräge Lichteinfall, die tiefe Position der Kamera und der verhältnismäßige kleine Schärfebereich machten es nicht unbedingt einfacher. Zusätzlich blieben mir immer nur 10 bis 20 Sekunden, um alles aufzubauen, die Komposition zurechtzurücken und den Fokus zu justieren, bis die nächsten Besucher auf der Rolltreppe nach unten kamen.
Im Endeffekt machte ich drei Aufnahmereihen à zwei Bilder, je 1 Mal mit und je 1 Mal ohne Glaskugel mit den gleichen Einstellungen, um unerwünschte Bildelemente, wie den Glassockel besser in der Nachbearbeitung entfernen zu können.

Endlich sind die Negative eingetroffen und ich muss sagen, ich war froh, immer eine Aufnahme ohne und eine mit Glaskugel gemacht zu haben. So konnte ich kleine Macken und den Sockel der Glaskugel entfernen, ohne allzu viel Zeit mit Photoshop beschäftigt zu sein.

Kodak Portra 160 | f16 | 1 Sek. | ND4

Sollte ich mich nochmals an diesem Bild versuchen, werde ich allerdings definitiv früh morgens oder spät abends hingehen. Zum einen ist dann das Licht besser, zum anderen ist weniger Betrieb.
Außerdem würde ich mit Selbstauslöser fotografieren, sodass ich nicht in der Glaskugel zu sehen bin.

# 07 Symmetrie im Pott

Rolltreppe in die Vergangenheit

Ursprünglich wollte ich in dieser Woche ein Bild zu Bewegungsunschärfe machen. Dazu sollte sich meine Freundin auf die Rolltreppe an der Zeche Zollverein in Essen stellen stellen und ich fotografiere vom Stativ zwischen 1/4 und 1/15 Sekunde Belichtungszeit, um die Bewegung festzuhalten.

Leider war sie an diesem Sonntag auf Couch, Netflix und ähnliches programmiert, sodass sie zwar nach etwas Überredung meinerseits mitkam, sich aber partout nicht fotografieren lassen wollte.
Dann wird aus der Not eben eine Tugend gemacht und ich versuche, ein Bild nachzustellen, was ich irgendwo online gesehen hatte. Allerdings will ich es nicht – wie gesehen – mit der digitalen Kamera, sondern auf Film umsetzen. Der Titel sollte Symmetrie im Pott lauten.

Langzeitbelichtung der Rolltreppe an der Zeche Zollverein in Essen
Kodak Portra 400 | ND4 Filter | f22.0 | 1 Sek

Vor einiger Zeit hatte ich auf einer Kamerabörse einen selten ND4 Filter für meine Rollei aufgestöbert und den konnte ich nun endlich testen. Doof nur, dass ich noch eine etwas zu schnelle Rolle Kodak Portra 400 eingelegt hatte und ich somit „nur“ auf 1 Sekunde Belichtungszeit kam.

Etwas mehr Belichtungszeit hätte vielleicht noch die letzten Konturen der Treppenstufen verschwinden lassen, aber auch so bin ich mit dem Resultat sehr zufrieden. Trotzdem wird es kommende Woche eine zweite Version dieses Fotos durch meine Glaskugel geben.

Wer mehr meiner Bilder sehen will, findet mich auf Instagram unter tamokbutton oder auf 500px .

# 06 Floating Part II

Schwerelose Kamera

Nun hatte ich eine Woche Gelegenheit, mir Gedanken zu machen, wie ich Kamera optisch schöner schweben lassen könnte. Youtube, Instagram etc liefern häufig sehr gute Anregungen und Ideen.

Anmerkung am Rande: Nylon ist immer noch recht stabil und lässt sich in der Nachbearbeitung einfach wegzaubern

Die eine Kamera erneut an die Decke gehängt, nicht ohne ein paar Schweißperlen auf der Stirn zu bekommen, da meine gute Rolleiflex diesmal über einen Meter hoch in der Luft hing.
Meine Freundin hat sich wegen der Kissenburg kaputt gelacht, die ich auf dem Boden aufgebaut habe, um im Fall der Fälle das schlimmste zu verhindern. Ich sah das Desaster vor meinem inneren Auge schon geschehen.

Rolleiflex schwebt über meiner Hand
EOS 6D | 18mm | f4.0 | ISO 200

Ganz schön trickreich, genau im richtigen Moment abzudrücken, während die Kamera richtig zum Licht hängt und die Front beleuchtet wird. Sieht man ja von hinten schlecht.
Als mir meine Freundin dann zur Hilfe eilte und auslöste, war dann das Bild doch recht schnell im Kasten.

Tipp: Wenn Bilder „matt“ gedruckt werden sollen, empfiehlt es sich die Belichtung insgesamt etwas anzuheben – etwa 1/3 Blendenstufen haben bei mir das gewünschte Ergebnis gebracht.

Ein paar HowTo-Videos, die mir geholfen haben.
Peter McKinnon – How to make stuff float
Donna did it – How to take floating photos

Bei diesem Anlauf gefällt mir die Freistellung sehr viel besser, auch wenn ich sehr von meiner anfänglichen Zielfotoidee abgewichen bin und meine Kamera blieb übrigens heile.

Letzte Woche habe ich mich schon mal als Zauberer versucht und wollte meine Rolleiflex fliegen lassen.

# 05 Floating Part I

Schwerelose Kamera

Dieses Mal bin ich schon im Vorfeld losgezogen, um allen Schlaumeiern zu trotzen, und habe mir weißen Tonkarton für den Hintergrund besorgt. Nylonfaden zur Aufhängung der Kamera hatte ich von einem vorherigen Bildprojekt noch zuhause.

Anmerkung am Rande: Nylon ist recht stabil und lässt sich in der Nachbearbeitung einfach wegzaubern

Die eine Kamera an die Decke gehängt, die andere mit Weitwinkelobjektiv auf das Stativ gepackt und es konnte losgehen.
Ich habe sicherlich 20 bis 30 Minuten, der Weg ist machmal spannender als das Ziel, versucht eine gute Perspektive zu finden; vergebens! Die Kamera wollte sich einfach nicht so freistellen lassen, dass der Eindruck des Schwebens deutlich für den Betrachter zum Vorschein kam.

Rolleiflex schwebt über Boden

„Und wo ist nun der weiße Tonkarton geblieben?“ Den hatte ich mit Tesafilm notdürftig am Boden befestigt und gegen einen Schemel gelehnt, um einen gleichmäßigen – winzigen – Hintergrund zu erhalten. Naja, ich denke auch so, habe ich noch ein halbwegs vorzeigbares Ergebnis erhalten. Außerdem sehe ich nicht ein für einen etwas aufgeräumteren Hintergrund extra eine professionelle Fotoleinwand zu besorgen.

Neben diesem Foto habe ich auch noch eine Rolle Kodak Portra verschossen, mal gespannt, ob der ein oder andere Schuss gut wurde. In ein paar Wochen wissen wir mehr!

Update: Die Bilder mit der Rolleicord waren leider nicht der Bringer.

In KW 6 wird das Projekt gleich nochmal angegangen, das geht auf jeden Fall besser!

# 04 Gefrorene Seifenblasen

oder die geplatzte Idee

Die Geschichte dieser Woche ist leider schnell erzählt.
Erst musste ich durch diverse Geschäfte des lokalen Einzelhandels streifen, um in der Wintersaison überhaupt Seifenblasen zu bekommen…wie war das mit der Vorbereitung nochmal?

Regulär habe ich während der Woche einen Tag frei, dafür muss ich am Samstag ran und dann bleibt natürlich noch der Sonntag.
Am Donnerstag hätten die Rahmenbedingungen gestimmt, aber mir fehlte die richtige Zutat und sonntags waren die Temperaturen wider Erwarten deutlich zu hoch, um die Seifenblasen schnell genug frieren zu lassen. Daher muss ich in Zeiten globaler Erwärmung auf Kälte hoffen oder auf eine der letzten Wochen dieses Jahres hoffen, um das Zielfoto nachzuholen…viel Glück!


Tipp: Sollte sich jemand daran versuchen wollen, empfehle ich Zucker in das Seifenblasenwasser zu geben. Dadurch werden die Seifenblasen deutlich stabiler und die ganze Geschichte somit unstressiger.